Zuerst dieselbe Aufgabe vergleichen.
Ein Audit für fünf priorisierte Seitentypen, ein technischer Umsetzungssprint und eine zwölfmonatige Betreuung sind drei verschiedene Aufträge. Werden sie unter derselben Überschrift „SEO“ angeboten, wirken Preise vergleichbar, obwohl Umfang und Risiko auseinanderliegen.
Vor dem Vergleich steht deshalb ein gemeinsamer Kurzrahmen: Geschäftsfrage, wichtigste Leistungen, relevante Seitentypen, vorhandene Daten, interne Ansprechpartner und der Zeitraum, für den eine Entscheidung getroffen werden soll.
Analyse, Umsetzung und Betreuung trennen.
Analyse beschreibt Befunde, Belege und Prioritäten. Umsetzung verändert Inhalte, Technik oder interne Wege. Laufende Betreuung beobachtet reale Daten, pflegt Inhalte und priorisiert neue Arbeit. Ein Angebot sollte erkennen lassen, welche Phase enthalten ist und welches Ergebnis nach jeder Phase übergeben wird.
Eine monatliche Position kann sinnvoll sein, wenn wiederkehrende Aufgaben und eine Entscheidungsschleife benannt sind. Eine bloße Stundenmenge ohne Aufgabenrahmen macht weder Verantwortung noch Nutzen prüfbar.
Arbeitskosten, Medienkosten und Fremdkosten nicht vermischen.
SEO-Arbeit besteht typischerweise aus Zeit für Gespräch, Analyse, Inhalt, technische Umsetzung, Prüfung, Korrektur und Dokumentation. Hinzukommen können freigegebene Werkzeuge, Entwicklung, Übersetzung oder externe Redaktion. Diese Kostenarten gehören getrennt in den Vergleich.
Bezahlte Anzeigen sind keine SEO-Kosten. Werden SEO und Google Ads gemeinsam angeboten, müssen Dienstleistungsaufwand und Werbebudget separat ausgewiesen sein. So bleibt sichtbar, welche Ausgabe nach Ende der Kampagne weiterwirkt und welche nur die gebuchte Ausspielung finanziert.
Mitwirkung und Abnahme gehören in den Preisrahmen.
Ein günstiges Angebot kann hohe interne Arbeit voraussetzen: Zugangsklärung, Fachinterviews, Textfreigaben, Bildrechte, Entwicklung oder die Einpflege im eigenen System. Diese Mitwirkung ist kein versteckter Nullpreis, sondern Teil des realen Projektaufwands.
Für jedes Ergebnis sollte feststehen, wie es abgenommen wird. Ein technischer Befund braucht betroffene URLs und Belege; ein neuer Inhalt braucht eine fachliche Freigabe; eine Implementierung braucht einen geprüften Zielzustand und einen Rückkehrweg.
Eine Musterrechnung zeigt die Logik, keinen Marktpreis.
Angenommen, Angebot A enthält 1.800 Euro Analyse und 3.600 Euro Umsetzung, Angebot B 4.800 Euro Umsetzung ohne getrennte Diagnose und Angebot C 900 Euro Start plus zwölf Monate zu je 450 Euro. Diese Zahlen sind frei gewählte Rechenwerte und weder Preisempfehlung noch Angebot von Matthias Böhm.
Über zwölf Monate ergeben sich 5.400 Euro für A, 4.800 Euro für B und 6.300 Euro für C. Daraus folgt kein Sieger: Entscheidend ist, ob dieselbe Aufgabe, notwendige Korrekturen, Mitwirkung, Rechte, Übergabe und laufende Entscheidungen enthalten sind.
Die Entscheidung in einem Satz festhalten.
Eine tragfähige Auswahl lautet nicht „Angebot B ist am billigsten“, sondern beispielsweise: „Wir wählen Angebot A, weil Diagnose, Umsetzung und Abnahme für unsere fünf Kernseiten klar getrennt sind; die interne Textfreigabe und spätere Betreuung bleiben bewusst außerhalb.“
Offene Felder bleiben als unbekannt markiert. Eine fehlende Angabe wird nicht mit einer Vermutung gefüllt, sondern vor Beauftragung konkret geklärt.
Arbeitsmittel / flüchtige Eingaben
SEO-Angebote auf identischen Feldern vergleichen
Tragen Sie zwei oder drei Angebote ein. Leere Felder bedeuten „unbekannt“. Es gibt bewusst keine automatische Siegerwertung; die Entscheidung wird anhand der für Ihr Vorhaben wichtigen Unterschiede begründet.